Therapieformen

Einzeltherapie

Zur Einzeltherapie erscheint der Klient allein.  Die Dauer ist nicht von vornherein festgelegt und kann mehrere Wochen bis viele Jahre betragen. In akuten Phasen eines Leidens ist eine Erhöhung der Sitzungsfrequenz angezeigt, während sie in Phasen relativer Gesundheit stark gesenkt werden kann.

Alle Therapien basieren auf einem klaren therapeutischen Auftrag, der zu Beginn der Therapie zwischen Klient und Therapeut festgelegt und periodisch angepasst wird. Sitzungen dauern je nach Diagnose(n), individuellem Fall und Akutheitsgrad jeweils 15, 30, 50 oder 75 Minuten.

Bei psychiatrisch fokussierten Therapien (Psychosen u. a. schwere u.U. kombinierte chronische Leidensformen) beträgt die durchschnittliche Sitzungsfrequenz 2 – 4 Wochen. In der reinen Psychotherapie ist eine Frequenz von einer Sitzung pro Woche oder alle vierzehn Tage üblich und zweckmässig. Dabei kommt es auf die angewandte Therapiemethode an.

Paartherapie

Die Therapie eines Paars (zumeist eines Ehepaars) basiert darauf, dass zu allen Sitzungen (Ausnahmen werden jeweils speziell vereinbart) beide Partner erscheinen. Die gleichzeitige, parallel geführte Einzeltherapie eines oder beider Partner durch den Paartherapeuten ist nicht möglich.

Paartherapien dauern in der Regel eher kurz. Sie erfordern die Motivation beider Partner. Das Ziel einer Paartherapie ist nicht in jedem Fall die Wiederversöhnung. Paartherapie kann auch der Vorbereitung einer „zivilisierten“ Trennung dienen. Die Dauer einer Paarsitzung beträgt 75 – 90 Minuten.

In der Paartherapie kommen ganz unterschiedliche Methoden zur Anwendung.

Gruppentherapie

Hier wird nicht die Gruppe therapiert, sondern die Therapie einzelner Klienten erfolgt im Rahmen einer Gruppe von Menschen mit gleichartigen oder vergleichbaren Leidensformen. Die Gruppe kann „offen“ sein, den Eintritt neuer Klienten jederzeit zulassend. Sie kann „geschlossen“ funktionieren, so dass nach ihrer Zusammenstellung 6 Monate bis 1 Jahr lang keine neuen Mitglieder in die Gruppe aufgenommen werden.

Gruppentherapien setzen in jedem Fall voraus, dass die Klienten regelmässig erscheinen und bereit sind, ihre Probleme der Gruppe mitzuteilen, an Rollenspielen und gemeinsamen Entspannungsübungen teilzunehmen. Gruppentherapie kann sehr wirkungsvoll sein und ist für den einzelnen Patienten kostengünstiger als die Einzeltherapie. Aber sie fordert auch etwas von ihm. Ohne Motivation geht es nicht! So sind Gruppentherapien auch Motivationstester.

Eine Sitzung dauert 90 Minuten oder länger. Die Sitzungen finden in der Regel ein Mal pro Woche zur selben Zeit statt. Die Dauer der Teilnahme liegt zwischen einem halben Jahr und mehreren Jahren.

Eine spezielle Form der Gruppentherapie ist das Psychodrama nach Moreno.

Therapien spezieller Systeme

Gelegentlich ist es notwendig, ein ganzes „Beziehungssystem“ in die Therapie hinein zu nehmen. Dies ist vor allem bei jungen Klienten unter 20 Jahren sinnvoll (z. B. Schulpsychologe, Lehrer, Eltern, Onkel, andere wichtige Bezugspersonen).