Therapieablauf

Erste Phase (Therapieauftakt)

Therapien beginnen mit einer Bestandsaufnahme. Erhoben wird die Krankengeschichte allgemein (Anamnese), ausgehend vom aktuellen Problem, das zu uns in die Praxis geführt hat.

Diagnostische Überlegungen und eventuell Tests, das Einholen von Unterlagen, sowie die Festlegung des Behandlungsziels und die Erläuterung des Vorgehens runden den Beginn ab der Behandlung ab.

Diese erste Phase nimmt zwei bis fünf Sitzungen in Anspruch und dient nebenbei auch dem Aufbau der therapeutischen Beziehung, der jedoch längere Zeit in Anspruch nimmt.

Zweite – und optionale dritte – Phase (Therapiedurchführung bzw. -erweiterung)

In der zweiten Phase, die fast immer mindestens ein halbes bis ein ganzes Jahr benötigt, wird das aktuelle Kernproblem ins Zentrum gestellt und therapeutisch angegangen. Zeigen sich in dieser Zeit wichtige Limitierungen beim der Patienten, welche die problemfokussierte Therapie verzögern oder untergraben, wie das bei gewissen Persönlichkeitsstörungen oder bei ausgeprägten Ko-Morbiditäten der Fall ist,  muss die Therapie verlängert und thematisch geöffnet werden (dritte Phase).

Auch kann es im Rahmen der Therapie zu Rückfällen kommen. Das ist bei komplexen, systembedingten Problemen zu erwarten, wie problematischen Ehebeziehungen, problematischen Arbeitsplatzumgebungen, Renten- und Unterstützungsbegehren aller Art, sowie bei massiver Chronifikation eines oder mehrerer Grundleiden. Oft erweisen sich Patienten als zugleich psychisch und körperlich beeinträchtigt, so dass Kranksein zum Lebensstil geworden ist, oft zum einzig praktikablen unter den gegebenen Lebensumständen.

Vierte Phase (Therapieabschluss)

Therapien sollen abgeschlossen werden. Dies ist bei chronifizierten Zustandsbildern nur selten möglich. Öfters wird in besseren Phasen die Intensität der Behandlung reduziert, um in akuten Phasen wieder erhöht zu werden.

Abgeschlossene Therapien sind in einfacheren Fällen aber die Regel. Der Abschluss einer Therapie markiert die vierte Phase. Sie dauert wenige Sitzungen, gelegentlich aber auch länger. Der Abschluss muss gemeinsam vorbereitet und selber therapeutischen Wert haben, damit Nachhaltigkeit erzielt wird.

Therapieabbruch

Therapien werden gelegentlich abgebrochen, z. B. bei mangelnder, stark schwankender oder absichtsvoll vorgetäuschter Motivation des Patienten, bei Ineffektivität der Methode, Unstimmigkeiten in der therapeutischen Beziehung, oder als psychoedukative Massnahme z. B. im Fall fortgesetzten Suchtverhaltens.